Wo wollen wir eigentlich hin?

Heute war Ostermarsch und ich durfte meine erste Rede halten - im Regen. Aber es war ein schöner Regen. Es war das Wetter eines ganzen Jahres in einem Tag, Schnee, Regen, Sonnenschein. So möchte ich leben.


Unten der Text meiner Rede. Ich werde diesen Blog übrigens weiter führen. Unregelmäßig, denn die Last der vielen Verantwortungen, die ich übernommen habe, war in der letzten Woche zu schwer. Und gerade kreative Räume, wie diese Seite, sollen wie die Wolken, formbar und frei sein und nicht eine weitere Bürde.

Meine Themen werden diverser werden, denn neben Klimaschutz liegt mir die Aufklärung über psychische Erkrankungen und Autismus und das Thematisieren Indigener Rechte am Herzen. Und dann gibt es die Gedankenspiele, die Dinge, die mich beschäftigen und die ich teilen will, aber sich schwer einer Kategorie zuordnen lassen. Aber dazu später.


Ich wünsche euch friedliche und aktivistische Ostern.



Wo wollen wir eigentlich hin?

Mit den Innovationen, den immer schnelleren Arten zu reisen, den immer besseren I phones. Was wollen wir erreichen, durch den Konsum, durch die Plünderung der Wälder, der Böden, der Ausbeutung des globalen Südens, der Tiere, der Lebensgrundlagen für die kommenden Generationen?

Was ist unser Ziel, der rote Kringel auf der Karte, wo wollen wir hin?

Immer weiter nach oben, bis wir irgendwann die Wolkendecke durchstoßen und den Blick auf die Erde verlieren? Wo ist unsere Vision, die Utopie, der wir nacheifern, das große Ziel, auf das wir zulaufen? Wieso besteigen wir diesen immer steiler werdenden Berg, wo wir mit jedem Schritt Geröll lostreten, das auf die unter uns gehenden zurückfällt? Was erwarten wir dort oben zu finden?

Die bittere Wahrheit ist die: Wir haben aufgehört diese Fragen zu stellen. Es gibt kein Ziel. Wir laufen einfach hinterher, weil wir uns einreden, die da vorne hätten schon eine Ahnung.

Doch ich bin hier, um diese Frage dennoch zu stellen. Wir sind hier, um diese Frage zu stellen. Wir marschieren heute, um stehen zu bleiben, uns umzuschauen, zu hinterfragen. Wo wollen wir eigentlich hin? Wer können wir sein? In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Und wie als Weltgemeinschaft zusammenleben?

Uns wird vorgegaukelt, dass man diese Fragen nicht stellen, die Dinge, wie sie sind, nun mal nicht ändern kann. Aber im Angesicht der Klimakrise müssen wir diese Fragen stellen. Laut. Und nach Antworten suchen. Gemeinsam. Denn so, wie es ist, kann es nicht weiter gehen.

Change is coming. Wether we like it or not.

Ein Wahlprogramm aufzustellen und zu den Kommunalwahlen anzutreten ist ein Weg diese Fragen zu konfrontieren. Kunst Wissenschaft, Aktivismus, Heute hier zu stehen und zu demonstrieren, das sind weitere Wege. Aber das sind keine Fragen, die eine alleine beantworten kann. Das sind Fragen für ein Wir. Und deshalb lade ich euch alle auch zur Klimaliste ein, mit uns Visionen und Transformationen für unser Morgen zu entwickeln. Denn wir brauchen jetzt neue Perspektiven und dazu brauchen wir eure Perspektiven.